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Jan
Mayen |
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Die Arktis von
Siegfried Czapka |
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Siefried
Czapka heute mit über 70 Jahren |
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Czapka
als 19Jähriger auf Spitzbergen |
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| Ein
Lager wird auf Nordostland angelegt |
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| Ein besonderes
Nachschlagewerk
über die Polarforschung |
| Alle
Arktisexpeditionen erstmals im Zusammenhang |
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Viel
Arbeit hat Siegfried Czapka in sein dreibändiges Werk
"Arktis - Entdeckungen - Expeditionen - Ereignisse"
investiert. Der vierte Band erscheint jetzt im Sommer 2002. Zum ersten Mal liegen alle bekannten und weniger
bekannten internationalen Arktis-Expeditionen bis in die Gegenwart
chronologisch zusammengefasst vor. Angefangen von den Fahrten des
Seefahrers Himilco vor 2.500 Jahren bis zur Operation Haudegen im
Jahre 1945 ist dies ein hervorragendes Nachschlagewerk für jeden
Nordpolarinteressierten. Zu den einzelnen Aufzählungen nennt
Czapka, soweit es möglich ist, historische Quellenangaben und als
besondere Beigabe die eventuelle Veröffentlichung als Briefmarke
weltweit. Dieses besondere Werk hilft, die nordpolare Forschung im
Kontext zu verstehen und Lücken zu schließen. Czapkas Arbeit
liegt nun der Nordlandseite vor, aus dem die Redaktion
auszugsweise und exklusiv berichte. Die nachfolgenden Leseproben -
von der Nordlandseite sind die Deutschen Arktisexpeditionen
ausgewählt - stellen eine zeitliche Reihenfolge der
Arktisunternehmen von 1040 bis 1671 dar. |
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Unterwegs
im Liefdefjord |
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Auszüge
aus
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Arktis Entdeckungen - Expeditionen -
Ereignisse, Band I:
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1040:
Eine Seefahrt in die Eisregion
Vornehme
junge Friesen, so berichtet Adam von Bremen,
fuhren über Island zur "äußersten Achse
des Nordens" und gerieten " in den
düsteren Nebel des erstarrenden Ozeans".
Es besteht der Verdacht, dass sie ganz einfach
Seeräuberei betrieben. Anderseits wird in der
älteren Literatur diese Fahrt als erste
deutsche Entdeckungsreise angesehen. Bremen wird
als Ausrüstungs- und Ausgangshafen bezeichnet.
Das Unternehmen soll auch neuen Handelsplätzen
und der Missionierung gedient haben.
Literatur:
Adam von Bremen: Gesta Hammaburgensis ecclesiae
pontificum Kohl, Johann Georg: Der erste
Deutsche von der Weser aus um das Jahr 1040
veranstaltete Entdeckungsreise zum Nordpol. In:
Geographische Mitteilungen 1869, S. 11-19
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1473:
Dänisch-portugiesische Ostgrönlandexpedition
Wegen des
kürzeren Seeweges nach Asien drängte es auch
die Portugiesen die Nordwestreiseroute mit Hilfe
des dänischen Königshauses zu entdecken. Mit
Billigung von König Christian I. wurde eine von
Dänemark ausgerüstete und von Portugal
finanzierte Expedition auf die Reise geschickt.
Nur mündliche Überlieferungen besagen, dass
diese Nordfahrt über Grönland hinaus,
wahrscheinlich sogar das amerikanische Festland
erreicht haben könnte. Verbürgt ist aber die
Teilnahme von zwei deutschen Seeleuten, die in
dänischen Diensten standen. Es sind Dietrich
Pining und Hans Pothorst.
Erwähnt wird
das Unternehmen in einem Brief, den der Kieler
Bürgermeister Carsten Grip 1551 an den
dänischen König Christian III. geschrieben
hat. Nach dem Stand der heutigen Forschung nimmt
man an, dass die bisher kaum beachtete
Expedition des Portugiesen Vaz Corte-Real mit
der dänisch-portugiesischen Ostgrönland
Expedition identisch sein müsste.
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1537/39:
Eismeerfahrt zur Südküste Grönlands
Der Hamburger
Seefahrer Björn Jansson war vom Kurs nach
Island weit nach Norden abgekommen und landete
schließlich an Grönlands Südküste. Dort fand
er einige verlassene Wikingerhöfe, die Reste
der früheren Normannensiedlung. In einem der
leeren Gehöfte befand sich ein toter Mann in
norwegischer Kleidung. Nähere Einzelheiten sind
nicht bekannt.
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1540:
Von Hamburg nach Grönland
Das Interesse
für Grönland wurde wieder wach, nach dem auf
Eismeerfahrten 1537/39 von Hamburg aus dieses
Land neu entdeckt worden war. Der Hamburger
Seefahrer Gert Mestermaker wurde 1540
ausgesandt, Grönland direkt anzusteuern und
Kontakt zu eventuell anzutreffenden Bewohnern
herzustellen. An welchem Ort Mestermaker an Land
gegangen ist, wurde nicht bekannt. Menschen fand
er nicht. Ohne sichtbaren Erfolg kehrte er nach
Hamburg zurück. Das europäische Wissen um
Grönland blieb lange Zeit sehr begrenzt.
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1561:
Walfangfahrt in grönländischen Gewässern
Gories Peese
war Besatzungsmitglied eines deutschen Schiffes,
das am Anfang in grönländischen Gewässern
teilnahm. Nach Prof. Leonid Breitfuß
(1864-1950) war er einer der ersten deutschen
Pioniere der deutschen Polarforschung.
Peese
verfasste
in Hamburg ein Gedicht in niederländischer
Sprache mit dem Titel "Van Ysslandt".
Literatur:
Polarforschung 1948 - 1/2
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1633/34:
Überwinterungen auf Spitzbergen und Jan Mayen
Erstmals
entschlossen sich die Holländer die Vorräte
und die teuren Kochanlagen während der
Wintermonate bewachen zu lassen, nachdem 1632
durch zwei Basken und einen Dänen die
Walfangstation auf Jan Mayen geplündert worden
war. Die Noordsche Compagnie schickte daher zu
diesem Zweck zwei Abteilungen von jeweils sieben
Männern nach Spitzbergen und Jan Mayen.
Verantwortlicher Leiter in Smeerenburg (Transtadt)
auf der Amsterdaminsel war Jacob Segers van der
Brücke, dessen Stationsmitglieder von Bären,
Walrossen, Sehhunden und Vögeln lebten und die
gefürchtete Polarnacht ohne nennenswerte
Schwierigkeiten überstanden hatten. Kapitän
Cornelis Crouff konnte sie am 27. Mai 1634 an
Bord nehmen. Der Einsatz der
Überwinterungsgruppe auf Jan Mayen unter
Leitung von Outgen Japicsen endete jedoch
tragisch. Alle erlagen dem Skorbut in der Zeit
zwischen dem 16. April und Anfang Mai 1634.
Zwei Deutsche
befanden sich in Smeerenburg unter den ersten
Überwinterern. Karsten Anders aus
Friedrichstadt und Martin Sandel aus Danzig.
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1671:
Walfangfahrt im Nordatlantik
Der
Schiffsbarbier und Chirurg Friedrich Martens
beteiligte sich an den Fahrten<des
Walfängers "Jonas im Walfisch" unter
Schiffer Peter Petersen, dem Friesen aus
Hamburg, in den Gewässern zwischen Spitzbergen
und Grönland. In seinen wissenschaftlichen
Aufzeichnungen lieferte er eine aufschlussreiche
Schilderung der arktischen Inselwelt. Die
physikalischen und biologischen Beobachtungen
und Gedanken, die in seinem Werk
"Spitzbergische oder Grönländische
Reisebeschreibungen", das in vier Sprachen
übersetzt wurde, zu lesen sind, waren für fast
150 Jahre die Grundlage beginnender
Forschungsarbeit im hohen Norden. Die
"Jonas im Walfisch" erreichte den 81.
Breitengrad.
Eine der Sieben
Inseln (80°40'N - 21°E) wurde nach ihm
benannt.
Literatur:
Martens F.: Spitzbergische oder Grönländische
Reisebeschreibung gethan im Jahre 1671.
Gottfried Schultz, Hamburg 1675
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Der
Autor:
Siegfried Czapka
erlebte
das Ende des 2. Weltkrieges als junger
Freiwilliger zwölf Monate auf der Insel
Nordostland mit, welche die zweitgrößte Insel
im Osten des Spitzbergen-Archipels ist. Dort
machte er mit seinen Kameraden meteorologische
Beobachtungen in der Arktis. Dieser geheime
Einsatz wurde mit Decknamen Haudegen genannt - nach dem Leiter des elfköpfigen Wettertrupps,
dem Geographen und Polarforscher Dr. Wilhelm
Dege. Im September 1945 wurde die Gruppe als
nachweislich letzte Kriegsgefangene festgesetzt.
Czapka
erlebte, wie er erzählt, auf Nordostland als jüngster Teilnehmer
mit 19 Jahren Kameradschaft, Zusammenhalt und
Fürsorge. 1944 war er dort auch in der
Landstation im Wahlbergfjord eingesetzt, wo das
U-Boot "U307" als erstes
Unterwasserfahrzeug die Insel Nordostland
umrundete. Seit diesem Einsatz ist der heute
über 70jährige Schwepnitzer und ehemalige
Buchhändler Siegfried Czapka von dem
"Arktisvirus" infiziert und hat sein
Lebenswerk daraus gemacht. |
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Das
Amundsen-Denkmal in Tromsø |
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Fotos
(3): Nordlandseite |
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