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2012
- Jetzt kann er Wirklichkeit werden. |
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Der
Traum vom Nordpol |
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2012 veranstaltet die
polarflug einen Nordpolrundflug ab Berlin-Tegel,
Preis ab 444 €. |
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Informationen und Buchung |
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hier |
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Der schwarz rauchende Vulkan Eyjafjalla
auf Island beim Nordpolflug am 1. Mai 2010.
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(Durch Anklicken kann das
Foto in größerer Auflösung betrachtet werden.) |
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Heiratsantrag
über'm
Nordpol |
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Die Entdeckung der Schnelligkeit |
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Großes Hallo am
Düsseldorfer Flughafen. Am Flugsteig B25 treffen sich
300 Passagiere, die ein gemeinsames Ziel haben, den
nördlichsten Punkt der Welt zu erreichen! Die folgenden
zwölf Stunden werden es in sich haben.
Bereits zum fünften Mal
organisiert die Deutsche Polarflug in Zusammenarbeit mit der
Fluggesellschaft AirBerlin einen Expeditionsflug zum
Nordpol. Am 1. Mai um genau 8.00 Uhr hebt der vollbesetzte
rotweiße Airbus mit der Flugnummer AB1111 ab. Unter den
erwartungsvollen Passagiern ist auch Alfred Zeilinger (53).
Der Österreicher ist ein so genannter „Repeater“ – ein
Wiederholer. Letztes Jahr war er bereits mit an Bord
des vierten Polfluges. „Das hatte mir so gut gefallen, dass
ich auf jeden Fall wieder mit dabei sein wollte.“, erzählt
der Techniker der Telekom Austria, der die Nacht zuvor in
einem Hotel am Düsseldorfer Flughafen verbrachte. An Bord
trifft er zufällig auf einen anderen Österreicher, Kurt
Aigner (66): „Wir haben uns letztes Jahr bei einer Reise im
Sultanat Oman kennen gelernt.“
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Sensationeller Blick auf die Bäreninsel. So klar ist die
Bäreninsel nur selten zu sehen. |
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Zu Beginn des Fluges liegen
Deutschland, Dänemark und Norwegen unter einer oft dicken
Wolkendecke. Das Flugzeug nähert sich einem arktischen
Vorposten, der Bäreninsel. Bereits beim Überflug im August
2008 galt es als Sensation, einen kurzen Küstenstreifen vom
Flieger aus zu erkennen. Denn diese Insel ist meist im Nebel
versteckt. Beim Überflug im letzten Mai konnte sogar die
gesamte Ostküste gesichtet werden. Und dieses Jahr ist die
komplette Bäreninsel glasklar aus 11.000 Metern Höhe zu
erkennen! Diesen wahrhaft seltenen Ausblick wollen alle von
der Steuerbordseite aus bestaunen. Wer es während der kurzen
Überflugzeit nicht schafft, kann von seinem Platz über die
Bordmonitore zuschauen. Im Cockpit sind drei Kameras installiert
und übertragen die Bilder zu den Passagieren.
Kurze Zeit später kommt
Spitzbergen in Sicht. Wieder Glück mit dem Wetter.
Flugkapitän Wilhelm Heinz und seine Mannschaft führen den
Airbus souverän über den Archipel. Mit im Cockpit ist auch
Manuel Kliese (28) von der Deutschen Polarflug. „Einige Jahre war
ich Tourorganisator auf Spitzbergen“, sagt der Ratinger. Er
kennt die nordische Inselgruppe wie seine Westentasche und
erzählt den Reisenden viel Wissenswertes über die Arktis.
Über den Hauptort
Longyearbyen mit seinem Flughafen fliegen die Tagestouristen
zum verlassenen Ort Pyramiden und der noch von den Russen
gehaltenen Ortschaft Barentsburg. Die höchsten Berge
Spitzbergens, der Newtontoppen mit seinen 1.713 Metern und
der Perriertoppen mit einem Meter weniger auf Ny Friesland
werden passiert wie der längste Fjord der Inselgruppe, der
Widjeforden mit 108 Kilometer Länge. Die Passagiere sind
fasziniert von der schroffen Wildnis.
12.00 Uhr mittags, ein kleiner
Schwenk nach steuerbord, zehn Breitengrade zum Nordpol
müssen noch bewältigt werden. Erstes Luftholen von den eisigen
Eindrücken. Das Bordpersonal, von der Reise ebenso
routiniert und begeistert, managt souverän die Getränke und
Essensausgabe, kümmert sich um die großen und kleinen Sorgen
und Wünsche der Passagiere. Und wenn zwischendurch einige
Sekunden Luft sind, erhaschen auch sie durch die
Kabinenfenster schöne polare Blicke.
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Im Mai noch ein weißes
Wintermärchen. Der Hauptort Longyearbyen auf
Spitzbergen. |
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Besichtungstour über Spitzbergen. Der höchste Berg des
Archipels, der Newtontoppen mit seinen 1713 Metern. |
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Die Freigabe für
den Sinkflug zum geographischen Nordpol kommt von der
Flugbereitschaft, so erreicht der A330 gegen 13.29 Uhr den absoluten Punkt 90
Grad Breite. In knapp 2.000 Metern kreist die
Maschine um den „Tigishu“ - den große Nagel, wie der Nordpol
bei den polaren Völkern genannt wird. Hier ist der Norden
Süden, hier steht die Sonne ununterbrochen sechs Monate am
Himmel.
Damit alle
Passagiere diesen authentischen Blick genießen können, fliegt der Pilot
eine Acht. Auf der anderen Kabinenseiten werden die
Passagiere jetzt vom Packeis gepackt. Die Risse im Eispanzer
sind an den Bruchstellen wieder zugefroren, so dass sich das
frische Eis wie grauer gebrochener Achatstein zeigt.
„Waren hier
wirklich die Amerikaner Cook, 1908, Peary, 1909, oder Byrd,
1926?“ wird von Interessierten der Polarhistorie gefragt.
Zweifelhaft. Aber der Norweger Roald Amundsen kreiste zusammen
mit dem Italiener Umberto Nobile und dem Amerikaner Lincoln
Ellsworth 1926 hier am Pol. Dieser
Überflug gilt als gesichert. Also das erste Erreichen des
Nordpols vor gerade mal 84 Jahren?! Auf jeden Fall ist es ein
Grund für die Passagiere mit zweifelsfreiem Champagner Piper
Heidsick anzustoßen. Freude bei Alfred Zeilinger:
„Jetzt bin ich zum zweiten Mal am Nordpol!“
Aber es gibt
noch etwas ganz besonderes am Nordpol. Denn der 31-jährige
Holger Lischke aus Leipzig ergreift seine Freundin Tina Näther
(28) und das Bordmikrofon, fragt ganz laut und für alle 300
Passagiere, Veranstalter, Besatzungsmitglieder, Pilot
und Kapitän gut hörbar „Willst Du meine Frau werden?“
Spannung, Stille, dann kommt ein liebevoll gehauchtes „Ja, ich
will!“ Ein Heiratsantrag am Nordpol, die Leute klatschen, sind
begeistert!
Seit sieben
Jahre sind die beiden Physiotherapeuten ein Paar. „Jetzt hat
er mich endlich gefragt.“, erzählt die frisch Verlobte. „Dabei
hatte sie bis zum Besteigen der Maschine nichts von Antrag
und Ausflug zum Nordpol
gewusst. „Das war alles geheimnisvoll und von langer Hand
vorbereitet.“, lacht der Bräutigam.
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Ganz genau der
Nordpol am 1. Mai 2010 um 13.29 Uhr. |
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| Verliebt, verlobt verheiratet -
Antrag über'm Nordpol, die frisch Verlobten Holger Lischke und Tina Näther aus Leipzig.
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Ausruhen, Champagner genießen,
70 Minuten Zeit zum erneuten Luftholen. Interessante und
lebhafte Vorträge über die Arktis und den Weltraum gibt es
zwischendurch vom ESA-Wissenschaftler Alexander Soucek. Er
ruft die Passagiere auf, von der Reise zu berichten, damit die
Anstrengungen, diesen hochsensiblen Lebensraum zu schützen,
noch mehr verstärkt werden.
Vorhang auf für den nächsten
Auftritt – Grönland. Aber die Passagieren müssen sich
gedulden. Eine Wolkendecke verhindert einen arktischen
Vollrausch, aber nur vorerst. Dann eröffnet sich ungetrübt die
Eiswelt der größten Insel der Welt. Gletscher, Berge, Fjorde
der Superlative zeigen sich. In gut 3.000 Metern Flughöhe
folgt eine atemberaubende Sicht. Der Küstenlinie südwärts
folgend gibt es mehr als anderthalb Stunden staunende
Ausblicke.
Am Scoresbysund dreht die
Maschine ostwärts Richtung Heimat; seit achteinhalb Stunden fliegt
nun das Flugzeug durch die Polarregion. Sven Maertens (31) und
Sebastian Schmitz (31) von der Deutschen Polarflug: „Auch wenn es
der fünfte Flug zum Pol ist, es ist wieder einmalig.“ Dabei
hing im Vorfeld ein qualmendes Fragezeichen über dem Flug.
„Durch den Ausbruch des Eyjafjalla mit seiner Aschewolke
und das Flugverbot hätten auch wir den Flug streichen müssen.“
In sicherer Entfernung passiert
gegen 17.18 Uhr Kapitän Wilhelm Heinz die Inselrepublik Island. Aus den
Steuerbordfenstern ist der qualmende Vulkan zu erkennen, dem
der Flug fast zum Verhängnis geworden wäre. Über
einem Gemisch aus Eis und weißen Wolken weht südwärts eine grauschwarze Aschewolke.
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Keine
zerbrochene Milchschüssel, sondern festgefrorene Eisschollen.
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Majestätische
Berge an Grönlands Küste. |
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Ein Meer von
Bergen in einem Meer von Eis. |
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Ein letzter
heißer Gruß aus der Subarktis. Am oberen Rand des
Eyjafjallajökulls raucht schwarz der Vulkan.
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19.42 Uhr – das Flugzeug landet
an der Stelle, wo es vor elf Stunden und 42 Minuten gestartet war
– am Düsseldorfer Flughafen. Allerdings sind nun gut
10.000 Kilometer mehr auf’m Tacho.
„Das war ein sehr
beeindruckender Flug!“, sagt Alfred Zeilinger. Er hat
einen weiteren Grund zu jubeln. Der Niederösterreicher ist der
Gewinner des Preisrätsels während des Polfluges - er darf im
August mit der Deutschen Polarflug nach Spitzbergen fliegen!
Herzlichen Glückwunsch!
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Interview mit
Teilnehmer Alfred Zeilinger (53): |
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Warum nehmen
Sie die Strapazen eines solchen Fluges auf sich?
Ich liebe das
Reisen und das Fliegen und war in meinen Leben bis jetzt in 41
Ländern und habe 579.000 km in der Luft zurückgelegt. Der
Service auf einem solchen Flug ist super, man hat ein
kurzweiliges Bordprogramm, fantastische Ausblicke. Die Zeit
vergeht „wie im Flug“. Ich empfinde daher einen solch
besonderen Flug nicht als Strapaze.
Waren Sie
schon mal je „unten“?
„Ich bin voriges
Jahr mit der Deutschen Polarflug in Spitzbergen gewesen. Ein
Traum von mir ist, wenn ich in einigen Jahren in Pension bin,
Spitzbergen und Grönland genauer zu erkunden.“
Was ist für
Sie der Reiz eines solchen Fluges?
„Den
nördlichsten Punkt der Welt zu erreichen, die Faszination aus
4000 Meter Höhe oder tiefer; Spitzbergen, Grönland und den Pol
zu sehen und Ausblicke auf eine fantastische Welt aus Eis und
Schnee zu genießen.“
Lohnen sich
die Kosten für den Flug?
„Ja, auf alle
Fälle. Ich finde, die Preise ab € 333.- für so einen
einzigartigen zwölfstündigen Flug sind okay. Außerdem, wann
wird einem die Möglichkeit geboten, eine der abgeschiedensten
Gegenden der Welt aus der Luft zu sehen.“
Haben Sie
bereits weitere Reisen in die Arktis gemacht?
„Voriges Jahr
Nordpol und Spitzbergen heuer nochmals. Vor zwei Jahren war
ich in Island und Norwegen, wenn das dazu zählt? Im August
möchte ich nach Oslo und von dort nach Tromsø reisen.“
Haben Sie
sich schon zuvor für die Arktis interessiert?
„Schon als Kind
war mein Interesse an fernen Ländern groß. Als Jugendlicher
habe ich Bücher von der Entdeckung des Nord- und Südpols
gelesen. Richtig erweckt wurde meine Liebe zur Arktis mit dem
ersten Nordpolflug von der Deutschen Polarflug, von dem ich im
Internet gelesen hatte. Da entstand in mir der Wunsch, den Pol
auch mal mit eigenen Augen zu sehen. Das ist mir im Vorjahr ja
gelungen.“
Kennen Sie
die Expedition der österreichisch-ungarischen
Nordpolexpedition von 1874?
„Ja, hier gab es
einen sehr interessanten Film im ORF über die Entdeckung der
Inselgruppe Franz-Joseph-Land durch die Forscher Weyprecht und Payer mit
ihrem Schiff Admiral Tegetthoff. Hier ist mir von der
Dokumentation der Nachbau des im Eis eingeschlossenen Schiffs
in Erinnerung.“
Wie sehen Sie
die Kritik an dem Schadstoffausstoß bei einem solchen Flug?
„Neutral. Ich
denke, dieser eine Flug wird nicht sehr zur Erderwärmung
beitragen. Hier müsste die ganze Welt massivere Anstrengungen
unternehmen, um diese zu stoppen. Außerdem hört man jetzt
durch den Ausbruch des Eyjafjalla, dass die dort ausgetretene
Asche das Klima beeinflussen kann.“
Wo leben und
arbeiten Sie?
„Ich lebe in
Österreich in Günselsdorf einem kleinen Ort mit ca. 2.000
Einwohnern 30 Kilometer südlich von Wien und arbeite als
Techniker bei der Telekom Austria.“
Mit Alfred
Zeilinger sprach Th. Bujack von der nordlandseite
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Ein Schmankerl am Rande - Wenn ein
Österreicher, der zum Nordpol will, den nordrheinwestfälischen
Ministerpräsident trifft, ist natürlich ein Erinnerungsfoto
fällig. Alfred Zeilinger traf zufälligerweise Dr. Jürgen Rüttgers
bei einer Wahlkampfveranstaltung am Vortag des Nordpolfluges in Düsseldorf. |
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Text und
Fotos:
Th.
Bujack
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| Veröffentlichung und Verbreitung nur mit
Einverständnis des Autors!
Alle
Rechte bei der NORDLANDSEITE,2010
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