Finnland

Aktuelle Temperatur in Ivalo

 

Zur Startseite
Inari-Tour 1997
Inari-Tour 1998
Inari-Tour 2001
Kurzinfo Inari-See
Homepage Tapani Lappalainen
Email an den Autor

Damals schien die Insel Ukkonkivi noch ziemlich  kahl zu sein.

Akusaari in den Zwanziger Jahren.

 

Die Lapinkota auf Akusaari.

Inari - eine Lapplandfahrt, 2. Teil

Kapitel: Der Inari-See heute

Der Inari-See heute

Von Sauli bekomme ich für meine Tour ein Boot. Es ist ein rotbraun gestrichenes Holzboot, sehr gut gepflegt und ausgestattet mit Ruder und einem 4-PS-Benzinmotor. Ein reiner Benzinmotor sei besser als ein Motor, der mit Ölgemisch läuft, erklärt er mir, außerdem schlucke er viel weniger Kraftstoff.

Das Wetter ist sehr wechselhaft, als ich in das Holzboot steige und meine Inarifahrt beginnen will. Bei reichlich Wind und Wellen versuche ich ein Gefühl für die Steuerung zu bekommen. Immer wieder knallt der Rumpf auf das Wasser, und die Gischt spritzt mir ins Gesicht. Der Schutzgeist des Wassers Ahti spielt mal wieder mit der Meerjungfrau Vellamo.

Keine Fischerhütte

Nach einigen Kilometern taucht langsam die Chefinsel Ukkonkivi vor mir auf. Doch das Wasser ist zu unruhig, ich kann nicht anlegen. Gottvater Ukko gewährt mir heute keine Audienz. So muss ich auf einen Blick von oben auf den Inari-See verzichten.

Entlang des nördlichen Ufers halte ich mich. Den dunkel violetten Sandstrand mit der Fischerhütte Tukha-Sammeli kann ich aber auf meiner Fahrt in Richtung der Insel Akusaari nirgends entdecken.

Das lappländische ABC

Da der See dort einige Untiefen hat, orientiere ich mich genau an den Seezeichen – Buchstaben auf riesigen Holztafeln. Gemächlich passiere ich die Lettern C, E und H. Bei J wird es hektisch, denn eine schwarze Wolkenformation steuert auf mich zu. 

Die nächste große Insel heißt Viimassaari. Zum Glück finde ich in der Buchstabensuppe sofort eine Stelle zum Landen. In aller Eile packe ich das Zelt aus, wickele die restlichen Sachen in eine Plane, und schon schüttet es nach allen Kräften. Zwar dauert der Regenguss nur eine halbe Stunde, doch er reicht aus, um mein Boot halb mit Wasser zu füllen.

Bis zum 69. Breitengrad ist es nur noch eine kurze Fahrt. Auch finde ich hier eine Bucht mit wild romantischer Landschaft. Doch an der Landungsstelle ist ein großes Haus, wo ein paar Männer herum laufen. Ich lege an und versuche ihnen, meine Absicht zu erklären – den großen gut sichtbaren Felsen zu finden. Doch die Leute sprechen nur finnisch und scheinen sich über Besuch nicht so zu freuen. Also muss ich unverrichteter Dinge wieder ablegen, aber nicht ohne vom Boot aus das Ufer nach diesem markanten Biging-Stein abzusuchen.

Doch die Bäume sind viel zu groß, viel zu dicht, ich kann nichts entdecken. Im Gegensatz zu den kargen Baumwuchs auf den Fotos im Biging-Buch, stehe ich hier einem mittlerweile dicht bewachsenen Urwald gegenüber.

Flaches Wasser

Wieder passiere ich das J und steuere auf das K zu. Jetzt wird es spannend, denn meine Karte weist eine enge Fahrrinne mit vielen Untiefen auf. Etwas Übung sollte man bei diesem Navigieren durch die Seezeichen haben, und die fehlt mir. Trotz des geringen Tiefganges meines Bootes haut plötzlich die Schiffsschraube auf felsigem Grund. Glück gehabt, es ist nichts passiert! Ich wische mir den Schweiß von der Stirn. Wegen der rasanten Wolkenwechsel verlasse ich die Buchstaben-Fahrtroute, die über größere freie Wasserflächen führt. Die Nähe zum Ufer erscheint mir sicherer.

Ein großer Fehler! Die nächste schwarze Wolkenwand schiebt sich in meine Richtung. Eilig steuere ich zum Ufer der Halbinsel Muurahaisniemi. Voller Schrecken muss ich aber erkennen, dass die Wassertiefe hier sehr gering ist. Ich kippe den Motor nach oben und versuche das Ufer mit Muskelkraft und Ruder zu erreichen. Mittlerweile fängt es an zu schütten. Endlich erreiche ich den Sandstrand. Doch da der nächste Schreck: Es ist kein festes Land, sondern eine matschige Sandaufschwemmung. Ein Zelt mitten im Sumpf aufzubauen, ist eine ziemlich aussichtslose Sache, denke ich, während sich die Tropfen in meinen Kragen ergießen.

Zum Glück kann ich im Regen einen kleinen Hügel in der Nähe ausmachen. Doch vorher muss das Boot aus dem Wasser in den Matsch geschoben werden, da keine Möglichkeit in der Nähe ist, es festzubinden. Was für eine Plackerei im Regen. Zwei Mal wate ich durch Regen und Sumpf, bis ich meine Sachen auf dem Hügel habe. Schnell steht das Zelt, und nass krieche ich hinein. Die pechschwarzen Wolken versprechen kein baldiges Ende der Wasserfluten. Der Regen wird undurchdringlich wie eine Mauer. Ich werde fast taub von dem Trommeln der Regentropfen auf meiner Zeltplane. Ukko Donnergott tobt ganz schön!

Sand, Sumpf und Ameisen

Während es schüttet, orientiere ich mich auf der Landkarte. Die Linientypen weisen große Teile der Halbinsel als "schwerbegehbares und unpassierbares Moor" aus. Nur da, wo ich jetzt sitze, ist klitzeklein eine freie Fläche zu erkennen. Wieder Glück gehabt.

Es regnet weiter, was heißt eigentlich Muurahaisniemi? In meinem kleinen Langenscheidt finde ich die Antwort: Muurahai-nen bedeutet Ameisen, also Ameisen-Halbinsel (-niemi = Halbinsel). Und wirklich, ich sitze mitten auf einem riesigen Ameisenhaufen! Aber ich habe schon wieder Glück, die Krabbeltiere sind nett und lassen mich in Ruhe. Weil es weiter regnet, beschließe ich, die Nacht hier zu verbringen. Morgen will ich weiter nach Akusaari!

Die wärmende Sonne weckt mich auf. Ein Blick aus dem Zelt, das Boot ist noch da. Meine nassen Sachen lege ich zum Trocknen auf die Flechte. Die Ameisen krabbeln unbeirrt über den Boden. Ich wate zum Boot, um es näher an meinen Zeltplatz heranzuholen. Fast bis zum Rand ist es mit Regenwasser voll gelaufen.

Nach der Schufterei stürze ich mich in das erfrischende Inariwasser. Hier ist es fast wie an einem Mittelmeerstrand, überall feiner Sand. Am Ufer und in den Moorflächen liegen viele umgestürzte Bäume, die irgendwann den starken Winden nachgeben mussten. Zwar habe ich noch diverse Auseinandersetzungen mit beißenden Bremsen, doch jetzt fühle ich mich fit für die Weiterfahrt.

Die Lapinkota auf Akusaari

Die Insel Akusaari liegt vor mir, das Wetter ist herrlich. Ich schalte den Motor aus und rudere die Insel entlang. Und wirklich, ich traue meinen Augen nicht, am Ufer steht die von Biging beschriebene Lapinkota. Allerdings stehen daneben mehrere neue Blockhäuser, komfortabel ausgestattet mit Solarzellen auf den Dächern.

Kein Mensch ist zu sehen, also gehe ich an Land. Ehrfürchtig stehe ich vor der Lapinkota, die sogar mit der im Buch abgebildeten eine gewisse Ähnlichkeit aufweist. Ich bin mir sicher, dass ist die Kota aus dem Biging-Buch. Vielleicht haben die Finnen auch einen Gott der Vergangenheit.

Die Neugier siegt, und ich mache etwas, was ich sonst nie machen würde: Ich öffne die nicht verriegelte Tür der kleinen Lehmhütte. Und meine Illusion stürzt zusammen wie ein Kartenhaus. Die Hütte ist leer, die Wände sind aus rechteckigen Betonsteinen. Darauf ist von außen frisches Moos gelegt, wiederum gestützt von kleineren Birkenholzstämmen, die garantiert keine 75 Jahre alt sind. Das ist nicht die Bigingsche Hütte. 

Trotzdem ist es interessant, dass jemand hier eine Lapinkota gebaut hat - vielleicht sogar in Gedenken an jene Samen, die in den zwanziger Jahren auf Akusaari lebten, und die Biging getroffen hatte.

Sprachloses Treffen

Mein Bootsmotor springt nicht mehr an. Ausgerechnet da passiert ein kleines Boot mit zwei Leuten darin sitzend. Einige Zeit brauche ich zum Verarbeiten dieser Szene, zum Vergleichen der Bilder in meinem Kopf mit Szenen aus einem tollen Film über den Inari-See. Das Paar im Boot müssen Maria und Karl Heinz Kramberg sein. Ihre beiden Lapplandfilme "Das andere Licht" und "Lieber in Lappland" aus den siebziger und neunziger Jahren sind bei vielen Inari-Reisenden gut bekannt und werden häufiger in den Dritten Programmen und den Kultursendern wiederholt. Sie bewohnen in der Nähe auf dem Inari-See ein Blockhaus und kommen oft im Jahr für längere Zeit her.

Und mein Motor streikt! Welcher Gott, Gnom oder Kobold spukt denn ausgerechnet jetzt in den Zylindern?

Bevor ich die Menschen im vorbei fahrenden Boot richtig einordnen kann, sind sie auch schon außer Rufweite. Das war mein Zusammentreffen mit den um die achtzig (!) Jahre alten Krambergs - die Kinder waren, als Curt Biging den Inari-See befuhr.

Regenfluch(t)

Der Motor läuft immer noch nicht, und eine neue schwarze Wolkenwand schiebt sich wieder über den See. Eine kleine Bucht auf Akusaari kann ich schnell erreichen. Doch der Boden ist mit großen Moos bedeckten Steinen übersät: keine Möglichkeit zum Zeltaufbau. Allerdings habe ich wieder Glück, die Regenwand biegt vorher in eine andere Richtung ab und verschont mich diesmal.

In einer anderen Bucht auf Akusaari beschließe ich, die Nacht zu verbringen. Auch hier ist der Boden steinig und sumpfig. Bequem wird diese Nacht nicht. Ich versuche mich im Fluchen, wie es die alten Finnen in Bigings Buch in absoluter Perfektion können. Aber der Himmel ist eigentlich zu schön, um zu fluchen. Fast um Mitternacht verschwindet jetzt Ende Juli die Sonne unter dem Horizont. Das spiegelglatte Wasser reflektiert scharf die roten Wolken. Geist Ahti und Jungfrau Vellamo scheinen zu schlafen.

Schlechtes Wetter

Rote Wolken am Abendhimmel aber verheißen nichts gutes, habe ich mal irgendwo gelesen. Nachts werde ich von schlagenden Geräuschen wach. Mein Boot wird vom unruhigen See gegen die Ufersteine geworfen. Um mich herum ist dichter Nebel, und es ist lausig kalt. Hoffentlich nur ein kurzes Intermezzo, denke ich, fluche, sichere das Boot und versuche wieder einzuschlafen, was mir nur schlecht gelingt.

Am nächsten Morgen verzichte ich auf eine Weiterfahrt gen Nordosten. Der See ist grau. Der Himmel ist grau. Es regnet. Nur mit Sandalen und ohne Strümpfe sitze ich fluchend in dem mit kalten Wasser halb überfluteten Boot. Meine Wanderstiefel sind völlig durchnässt und eignen sich momentan nicht mehr zum Tragen. Dafür läuft der Bootsmotor heute anstandslos. Ohne Fehl und Tadel passiere ich diesmal die kritischen Buchstaben L, K, und J. Anscheinend bin ich der einzige bei dem Wetter auf dem See.

Nach stundenlanger feucht grauer Südwestfahrt erreiche ich eine kleine Insel mit guter Zelt- und Feuermöglichkeit, hier machte ich schon mal vor einigen Jahren Station. Außerdem ist die Insel Suovasaaret in der Nähe, dort ist eine autiotupa – eine Schutzhütte, falls das Wetter schlimmer werden sollte. 

Kaum aber lege ich an der Insel an, wird das Wetter besser, die Sonne scheint. Das Fluchen scheint zu wirken! Meine Sachen breite ich zum Trocknen in der Sonne aus und genieße am Ufer bei einem Feuer Tee und Tütennahrung. Endlich Erholung!

Eine herrliche und überschaubare Insel! Hier möchte ich mir etwas Entspannung gönnen und plane, die nächsten Tage zu bleiben. Dann will ich weiter zu der großen Insel Hoikka Petäjäsaari, einer weiteren Station in Bigings Reisebericht.

Die Vögel zwitschern, das Wasser plätschert, der Wind rauscht. Natur pur. Aber dazwischen mischt sich ziemlich oft das Brummen von Reijo Raumala. Reijo Raumala ist kein Gott, aber trotzdem ein Herrscher - der Herrscher der Lüfte über dem Inari-See. Mit seinem blauweißen Wasserflugzeug knattert er mal wieder über den See. Seit Anfang der siebziger Jahre fliegt er Touristen über den Inari-See. Diesen Sommer schafft er seinen 30.000sten Flug ! Aber er fliegt nicht mehr lange für andere, denn seine Fluglizenz läuft aus, er wird langsam zu alt.

Wettervorhersage

Am Nachmittag frage ich bei Sauli per SMS nach dem Wetter für die nächsten Tage. Die Antwort kommt prompt: "According the weather forecast the next days should be 19-23 C, wind from west and sunny. Some showers might occure."

Kurze Regenschauer - Some showers might occure, das schrieb ja Sauli - unterbrechen ab und zu das schöne Wetter. Am Horizont kriechen Raupen gleich schwere Wolken, aus denen fein und schwarz der Regen wie an Schnüren niedergeht.

Bei meiner Inselerkundung stelle ich fest, dass sich seit meinem ersten Aufenthalt nichts verändert hat: Die Steine am Lagerfeuer liegen immer noch so, wie ich sie vor fünf Jahren hin geschoben hatte. Unter einem Stein liegt sogar noch eine – nicht von mir - deponierte Gaskartusche.

Es folgt eine ruhige Nacht, ich freue mich auf den nächsten Urlaubstag. Doch was verrät mir am Morgen mein kleines Barometer? Der Luftdruck fällt ohne Ende und immer schneller. Die Windrichtung wechselt plötzlich, jetzt bläst er genau auf die Längsseite meines Zeltes. Unruhig blicke ich auf den schon leicht brodelnden See. Zum Zeltabbau und zur Weiterfahrt nach Suovasaaret zur Hütte reicht es nicht mehr. Auch kann ich das Zelt auf dem steinigen Untergrund nicht neu ausrichten.

Unwetter

Das Wasser wird immer wilder und der Wind heftiger. Der Inari kocht. Ich kann mich nicht mehr auf den Beinen halten und verkrieche mich ins Zelt. Hat Ukko Donnergott mal wieder heftigen Ärger mit seiner Frau Rauni? 

Dann setzt der Regen ein. Wie eine weiße Dampfwalze rollt die Gischt über den See und schüttet sich bei stärkstem Wind auf mein Zelt. Some showers might occure, echot es durch meinen Kopf. Nicht nur das Regenwasser prasselt gegen die Längsseite, sondern auch das aufgepeitschte Seewasser wird zusätzlich von dem Sturm über die Insel gefegt und drückt sich gegen die Lüftungsschlitze. Zu meinem Entsetzen regnet es im Zelt! Vor Schreck vergesse ich das Fluchen.

Die Isomatte schwimmt schon. Im nassesten Sturm muss ich raus, um mit einer Folie die Zeltseite dicht zu machen. Bei dem Wind keine leichte Aufgabe. Auch muss ich das Zelt von außen an den Stangen festhalten, damit es nicht wegknickt! Die Zeltstangen geben gefährlich nach. Auf die Spannleinen rolle ich dicke Steine, weil die Heringe in dem nassen Boden nicht mehr fassen. Da sind die zottigen Gnome, die hier unter der Erde leben, über meinen Besuch aber ganz schön sauer, dass sie meiner Behausung keinen Halt mehr geben wollen. Jetzt fluche ich, so laut ich kann. Es hört mich sowieso keiner... 

So vergehen mehrere Stunden, bis der Sturm endlich etwas nachlässt und ich wieder ins Zelt zurück kriechen kann. Ich bin völlig fertig und durchnässt. Im Zelt sieht es nicht viel anders aus. Endlich am Nachmittag beruhigt sich langsam das Wetter, der Sturm ist vorbei.

Wieder Flucht

Das Wetter am nächsten Morgen ist nicht viel besser. Ich flüchte in meinen nassen Sachen zur Hütte nach Suovasaaret, das Zelt lasse ich hier stehen. Ziemlich kühl ist es wieder geworden, dabei huschen Regenwolken über den Himmel. Auf Suovasaaret habe ich Glück, die Schutzhütte ist leer.

Am Nachmittag kommt wieder die Sonne zum Vorschein. So kann ich mit dem festen Dach über den Kopf meine feuchten Sachen trocknen, wage es sogar, meine Hängematte zwischen zwei Birken zu spannen. Über Mobiltelefon informiere ich Sauli über meinen neuen Standort. Spontan lädt er mich zu einer Bootstour abends ein. Das Ziel ist eine Höhle auf der Insel Korkia Maura sein, wo echtes Eis von der letzten Eiszeit sein soll!

Spuren der Eiszeit

Später am Abend taucht Sauli mit seiner kleinen "Mücke" auf, mit dabei sind noch einige Freunde von ihm. Der Schiffsrumpf der "Mücke" ist aus einem Polyesterguss, hinten dran hängt ein 50-PS-Motor. Gott Ilmarinen schenkt uns jetzt bestes Wetter: Der See ist glatt, der Himmel blau, und wir hüpfen rasend schnell über das Wasser in Richtung Eiszeit.

Auf Korkia Maura müssen wir eine kleine Wanderung machen, bis wir vor einer riesigen Steinhalde stehen. Diese gigantischen Findlinge liegen hier zu einem überdimensionalen Haufen zusammen geschoben, überall sind Spalten und Höhlen. An einer markierten Stelle müssen wir klettern und kommen so in das Innere des Steinlabyrinths. Zum Glück erleichtern Holztreppen die Kletterei. Sauli hat eine große Taschenlampe mit dabei.

Nach kurzer Zeit erreichen wir einen Höhlenraum, und wirklich - der Boden besteht aus Eis, aus wohl über 12.000 Jahre altem Eis! Die Fläche ist nicht besonders groß, vielleicht einige Dutzend Quadratmeter, aber das Gefühl auf Eis der letzten Eiszeit zu stehen, ist für mich etwas besonderes. Die Dicke des Eises soll ungefähr 15 Meter betragen. Früher diente diese Eishöhle den Seesamen als Kühlschrank für ihr erlegtes Wild, heute trinken hier Touristen eisgekühltes Lapin Kulta, wenn sie welches mit dabei haben. Auch die anderen sind beeindruckt. Nach einiger Zeit wird es uns eiskalt, und wir klettern durch die Spalten zurück. Ob Biging von dieser Eishöhle wusste?

Mondkartoffel

Währenddessen ist der Mond aufgegangen und hängt wie eine riesige zerfurchte Kartoffel dreiviertel voll über dem Horizont. So habe ich den Mond noch nicht gesehen. Sauli wundert sich ein wenig über meine Begeisterung. Über den abendlichen See flitzen wir langsam zurück. Aber auch Biging ist von dem Mond über Lappland beeindruckt:

"Einen Augenblick taucht im Südosten einen riesengroßer gelber Mond aus den Wolken, baut seine silberne Strahlenbrücke und verschwindet wieder." (S. 153)

weiter...

 

Alle Rechte bei der  NORDLANDSEITE, 2003

nach oben

  Übersicht:
  Biging 1. Teil
* Biging 2. Teil
  Biging 3. Teil
 

Biging 4. Teil

 

 

Jetzt wachsen viele Bäume auf der Insel von Ukko Gottvater.

Zelten auf der Ameiseninsel.,

 

... während das Boot zwischen umgestürzten Bäumen fast im Sumpf versinkt.

Die von mir vorgefundene  Lapinkota auf Akusaari.

Mit dem Holzboot und 4 PS über den Inari.

Ready For Take Off: der Inari-Pilot Reijo Raumala.

Essen am Lagerfeuer.

Nach dem Unwetter ist alles nass!

Vorsichtig geht Sauli über den Eispanzer aus der letzten Eiszeit.